Johannisbeere

Johannisbeere

Die Frucht, mit über einhundertfünfzig Unterarten, gehört zur Familie der Stachelbeergewächse. Sie ist auf der ganzen Welt verbreitet, überall kann man ihre meist roten aber auch tiefblauen oder weißen Beeren finden. Einzig in Südamerika findet die Pflanze wenig Verbreitung, in China hingegen gibt es alleine zweiundfünzig Arten, davon gut die Hälfte endemisch.

 

Viele Namen für eine Pflanze

 

In Österreich heißt die Johannisbeere Ribisel, was dem tatsächlichen Ursprungsnamen der Beerenart schon sehr nahe kommt. Die Gattungsart, die Ribes rubrum heißt und im späten Mittelalter nach einer im Libanon wachsenden Rhabarberart namens Ribâs, benannt wurde, heißt im Schwäbischen Träuble, in Pfälzischen Kanstraube, in der Schweiz Meertrübeli. Die Stachelbeere selbst ist wesentlich größer als die Johannisbeere und schmeckt auch anders. Die Pflanze, die in Strauchform wächst, trägt ihre Früchte in der Regel um den Johannistag herum, daher auch die hochdeutsche Bezeichnung. Wenn die Beeren reif sind, ist der Sommer eigentlich schon da.

 

Die Frucht ist äußerst wohlschmeckend. Aus Träuble kann man nicht nur eine leckere Marmelade zubereiten, sie eignen sich hervorragend für alle möglichen Speisen in der anspruchsvollen Küche. So kann man sie als Beilage zu Wildgerichten, zu Fleisch im Allgemeinen anbieten, leckere Dips daraus fertigen, sie als Grundlage für Limonaden und Softdrinks verwenden, Kuchen, Torten und anderes Gebäck mit ihnen verfeinern. Auch mit Quark oder Sahne gemischt, mit Joghurt als Nachtisch, zu den Cornflakes, zum Müsli, als Spezialeffekt in exotischen Soßen ist die Beere gut zu verwenden.

 

Das Gesundheitspotenzial der Johannisbeere

 

Neben der Tatsache, dass die Ribiserl ausgezeichnet schmecken, haben sie auch ein riesiges Gesundheitspotenzial. Sie enthalten eine große Menge Vitamin C, haben einen sehr hohen Gehalt an Pektin, was sich durchaus wohltuend auf die Tätigkeit des Darmes auswirkt. Außerdem gelten rote und schwarze Meertrübeli als Fänger der sogenannten "freien Radikalen", wodurch sie vor Krebs schützen. Vor allem ein bestimmter Farbstoff, der in den vielseitigen Beeren enthalten ist, hat in der Vergangenheit für Aufsehen in der Wissenschaft gesorgt. Es handelt sich um den Pflanzenfarbstoff Quercetin. Diese Molekülkonstruktion soll, den Forschern nach, sehr effizient gegen Dickdarmkrebs, vor allem vorbeugend, wirken. Nicht umsonst benutzten die Schamanen der nordamerikanischen Naturvölker die Frucht für ihre Heilungsrituale und als Medizin.

 

Die Beere beugt Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor, in China und dem asiatischen Teil der Erde werden die Beeren wegen ihres enormen Vitamin-B-Gehaltes geliebt, denn dieses C-Vitamin sorgt für weiches, volles kräftiges Haar und wirkt sich außerdem ausgesprochen positiv auf das Nervensystem aus. Auch die Johannisbeerdiät ist sehr erfolgreich. Neben der darmaktivierenden Wirkung enthalten die Beeren lediglich fünfzig bis etwa einhundert Kalorien pro hundert Gramm. So ist es möglich, gleichzeitig zu naschen und innerhalb kürzester Zeit etliche Kilos zu verlieren. Auch bei Husten ist zum Beispiel der Saft der Ribes rubrum ausgesprochen heilend. Er wird in der Volksmedizin gegen Rheuma, Gicht, Wassersucht und Keuchhusten verwendet.

 

Ein betörendes Damenparfüm

 

Neben all den kulinarischen und naturheilpflanzlichen Verwendungsarten hat sich die Beere auch in eine ganz besondere Nische eingeschlichen, nämlich der Parfümproduktion. Schon im frühen Mittelalter extrahierten die Parfümeure aus der Cassis einen ganz besonderen, intensiv fruchtigen und exotischen Duft, mit einer angenehm erfrischenden Note, der einen klaren Kopf schafft. Auch im Bad findet der extravagante Duft der Johannisbeere Einzug. So benutzt man ihn oft in den verschiedenen Duschbadlotionen für die Körperpflege.